Jun 07 2013

Tipps für die Strassenumfrage

Jan Uhlenbrok, geboren 1981. 

Auf diesen Seiten veröffentliche ich in meiner Eigenschaft als Usability-Engineer und Stammtisch-Mitglied gekürzte Artikel meines privaten Blogs. Dieser ist unter dem Namen „Usability 3000″ hier zu finden.

Um Meinungen zu einem Produkt von möglichen Nutzern abzufragen, eignet sich unter bestimmten Voraussetzungen eine Umfrage auf der Strasse. In meinem Fall hatte ich mich mit einer Kollegin in einer Fussgängerzone platziert, um Passanten (von denen die meisten unser bestehendes Produkt kennen) eingehend zu löchern. Bei dem Produkt handelt es sich um eine regional bekannte Internet-Seite, die wir derzeit optisch und technisch überarbeiten. Unsere neuen Ideen wollten wir mit den Wünschen der Nutzer nun abgleichen.

Folgende Tests hatten wir für die Teilnehmer vorbereitet:

  • Aussage darüber, was sie von einer Internet-Seite wie der unseren in Zukunft erwarten
  • Ordnen bestimmter Themen und Navigationspunkte in der gewünschten Reihenfolge nach Interesse und Vorliebe
  • Bewerten eines Papierprototypen der möglichen neuen Internet-Seite auf Übersichtlichkeit, Seriosität und ähnlichem

Während des Tests wollten wir ein außerdem Stimmungsbild der bisherigen Internet-Seite und allgemeine Informationen über unsere Nutzer erfahren, ohne sie direkt ausfragen zu müssen.

Insgesamt lief es so ab:

  • Finden von Freiwilligen durch beliebiges Ansprechen von Passanten
  • Hereinbitten in ein Café, um ein bisschen Ruhe zu haben
  • Erklären des Vorhabens
  • Durchführen der drei Tests
  • Anschließend noch die Frage, ob die Teilnehmer auch Interesse an einem richtigen Benutzungstest in ein paar Monaten hätten
  • Aushändigen eines Gutscheins als Dankeschön

Gut funktioniert hat:

  • Ein einfache Frage zum Aufwärmen. Hätte man gleich die komplexeste Frage ausgepackt, wäre das Gespräch nicht weiter gut verlaufen. Die positive Reaktion nach unserer ersten Frage war: „Das war’s schon?“. Somit konnten wir beruhigt weitermachen, und die aufwendigeren Tests durchführen.
  • Der Samstag morgen bis nachmittag als Zeitfenster. Hier war das Publikum deutlich gemischter als an normalen Nachmittagen. Außerdem hatten viele viel mehr Zeit als in Woche.
  • Zwei Personen, die die Tests durchführen, müssen sein, einer der hauptsächlich fragt und nachhakt, einer der protokolliert. In unserem Fall kam die Kombination Mann/Frau gut an.
  • Die kleinen Karten zum Sortieren nicht einfach nur auf dem Papier ausschneiden, sondern auf feste „Kapa Platten“ kleben. Diese Platten kosten nicht viel, und geben den Karten ein deutlich besseres Greifgefühl.
  • Pärchen ansprechen. Bei Leuten, die alleine unterwegs waren, hatten wir den Eindruck, dass einige regelrechte Angst vor uns haben. Mit dem Partner ist die Hemmschwelle deutlich niedriger. Nach ein paar Stunden sieht man auch, wer sich auf ein Gespräch einlassen könnte und wer es ganz furchtbar eilig hat. Bei Pärchen nur während des Tests darauf achten, dass Beiden Gelegenheit zum Antworten gegeben wird.
  • Ein Gutschein als Dankeschön ist besser als Geld. In unserem Fall hatten wir Gutscheine für heiße Waffeln mit Sahne und Kirschen und Kaffee. Klingt deutlich besser als 4 Euro, oder?

Unsere Karten zum Sortieren der Navigationspunkte

Schlecht funktioniert hat:

  • Selbst kreativ werden konnten die Teilnehmer leider nicht. Dazu reichte die Zeit nicht, die Erklärungen müssten länger sein und außerdem kommen die meisten Menschen erst in einer Gruppendiskussion auf wirklich gute Ideen. Man kann in einer solchen Situation also nur Sachen abfragen und ein bisschen plaudern.
  • Auf einem Papierprototyp lassen sich Animationen natürlich nur schwer darstellen. Wir haben für unsere Startseite jedoch einen Bereich geplant, in dem Bilder automatisch nacheinander angezeigt werden. Das führte zu Missverständnissen und zu der vorläufigen Meinung, dass dieser Bereich nicht zu verstehen sei.

Denken muss man an:

Einiges. Mehr dazu lesen Sie in dem vollständigen Artikel auf meinem Blog.

Mrz 11 2013

International Journal of Interactive Multimedia and Artificial Intelligence

Darüber, dass der der UEQ ins spanische übersetzt worden ist, hatten wir schon berichtet. Im Juni 2012 waren wir auf der Konferenz CISTI in Madrid und haben dort die Übersetzung vorgestellt. Inzwischen wurde der spanische UEQ eingesetzt und auch ein Tipps und Tricks zum Einsatz haben wir im nun publizierten Artikel veröffentlicht. Der Artikel ist erschienen im Open Access Journal IJIMAI (International Journal of Interactive Multimedia and Artificial Intelligence) in dem auch Themen zu Usability und User Experience veröffentlicht werden.

Rauschenberger, Maria; Schrepp, Martin; Perez-Cota, Manuel; Olschner, Siegfried; Thomaschewski, Jorg (2013): Efficient Measurement of the User Experience of Interactive Products. How to use the User Experience Questionnaire (UEQ). Example: Spanish Language Version. In: IJIMAI (Hg.): International Journal of Interactive Multimedia and Artificial Intelligence, Bd. 2 (Special issue “Artificial Intelligence and Social Application”, Vol 2. Nr. 1), S. 39. Online verfügbar unter http://www.ijimai.org/journal/sites/default/files/files/2013/03/ijimai20132_15_pdf_35685.pdf

Mrz 08 2013

Vorankündigung: UPA Jahrestagung und „Mensch und Computer“ in Bremen

Nun sind es nur noch 6 Monate, bis am 08.09.2013 die große Veranstaltung „Mensch & Computer“ zusammen mit der „UPA Jahrestagung“ und der „DeLFI“ in Bremen stattfinden wird.

Sie sollten sich den Termin 8.-11. September 2013 in Bremen schon mal vormerken.

Nov 09 2012

Veranstaltung zum World Usability Day 08.11.2012 in Bremen

Gestern war wieder der World Usability Day und wir hatten in Bremen die Veranstaltung diesmal im Weser Tower und zwar im 21. Stock! Herrliche Aussicht und – wenn man den 100 Teilnehmern glaubt – dann wieder mit ebenso herrlichen Vorträgen. Neu war der „Meeting Point Jobs – Firmen treffen Studierende und Professionals“, denn der Bedarf an Usability/UX-Spezialisten in den Firmen der Region steigt kontinuierlich an.

 09.11.12 - Bild 209.11.12 - Bild 1

WUD2012 Flyer VorschauVorträge:
User Experience betriebswirtschaftlicher Software
Martin Schrepp (SAP)


UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses
Dominique Winter (GreenPocket)


Optimierung von Webseiten und Apps mit Eye-Tracking
Thies Pfeiffer (Mediablix)


Usability in der agilen Softwareentwicklung
Jörg Thomaschewski (Hochschule Emden/Leer)


Im Spannungsfeld zwischen Usability und Game Experience: Videospiele im Gesundheitsbereich
Jan Smeddinck (Universität Bremen)


Return of Invest of User Experience
Andreas Hinderks (RMT)

 

Workshops:
Mobile Usability Testing
Dennis Krannich (Universität Bremen)


Von der Idee zum Prototypen – Werkzeuge für die agile Welt
Eva-Maria Holt (SEVEN PRINCIPLES), Dominique Winter (GreenPocket)

Sep 18 2012

UPA-Jahrestagung 2012 in Konstanz – 2

18.09.2012 - Teil 2Im Tutorial haben wir für Scrum einen durchgängigen Prozess vorgeschlagen, mit dem man von einer ersten Idee zu einem klaren Product Backlog kommt, so wie man es für Scrum benötigt. Natürlich mit unserem inzwischen mehrfach erprobten Ansatz: Personas – Storyboards – Persona-driven User Stories. Wir greifen dabei die Idee von Hugh Beyer auf (siehe „User-Centered Agile Methods“ und stellen aus gutem Grund die Personas an den Anfang dieses sehr schlanken Spezifizierungsprozesses, der einen Sprint0 darstellt.

Holt, Winter et al 2012 – Von der Idee zum Prototypen (Download: pdf)
Holt, Eva-Maria; Winter, Dominique; Thomaschewski, Jörg (2012): Von der Idee zum Prototypen. Werkzeuge für die agile Welt. In: Henning Brau, Andreas Lehmann, Kostanija Petrovic und Matthias C. Schroeder (Hg.): Usability Professionals 2012. Konstanz, 09.09.-12.09.2012. Stuttgart: German UPA e.V.

Sep 18 2012

UPA-Jahrestagung 2012 in Konstanz – 1

18.09.2012 - UPA 2012Wenn es die UPA-Jahrestagung nicht geben würde, dann müsste sie erfunden werden. Diesmal war wieder fast das ganze Stammtisch-Team dabei. Konstanz war das Ziel und es hat sich mal wieder sehr gelohnt.

Die Idee der Weiterentwicklung des UEQ hat letztes Jahr auf der UPA-Tagung in Chemnitz mit einer lebhaften Diskussion begonnen. Wir hatten festgestellt, dass sich der UEQ in einer Jugendlichen Zielgruppe mit eher geringerem Wortschatz nicht optimal einsetzen lässt. Zu groß waren die Verständnisschwierigkeiten einiger Begriffe. So haben wir in unzähligen Diskussionen und mit vielen vergleichenden Fragebogen-Tests einige Begriffe der Bipolaren Skala ersetzt. Heraus gekommen ist Version, die wir in Konstanz vorgestellt haben und die nun unter www.ueq-online.org zur Verfügung steht. Wir hoffen mit noch einigen weiteren Fragebögen-Tests hieraus später die neue (deutschsprachige) UEQ-Version ableiten zu können.

Hinderks, Schrepp et al 2012 – Konstruktion eines Fragebogens für jugendliche (Download: pdf)
Hinderks, Andreas; Schrepp, Martin; Rauschenberger, Maria; Olschner, Siegfried; Thomaschewski, Jörg (2012): Konstruktion eines Fragebogens für jugendliche Personen zur Messung der User Experience. In: Henning Brau, Andreas Lehmann, Kostanija Petrovic und Matthias C. Schroeder (Hg.): Usability Professionals 2012. Konstanz, 09.09.-12.09.2012. Stuttgart: German UPA e.V.

Jun 30 2012

CISTI 2012 – Eine wundervolle Tagung in Madrid – 2

Gut angekommen ist aber auch das Poster mit dem zugehörigen Artikel zum Gestaltungsprozess in dem wir vorschlagen Personas ganz an den Anfang des Human Centered Design zu stellen und diese dann in Persona-driven User Stories für den Scrum-Prozess zu nutzen.

Winter, Holt et al 2012 – Persona driven agile development (Download: pdf)
Winter, Dominique; Holt, Eva-Maria; Thomaschewski, Jörg (2012): Persona driven agile development. Build up a vision with personas, sketches and persona driven user stories (Poster Article). In: Álvaro Rocha, Jose A. Calvo-Manzano, Luis Paulo Reis und Manuel Pérez Cota (Hg.): Information Systems and Technologies (CISTI). Proceedings of the 7th conference held in Madrid, CD-ROM. 2 Bände. Madrid.

Jun 30 2012

CISTI 2012 – Eine wundervolle Tagung in Madrid – 1

30.06.2012 - CISTI 2012Einige von uns waren vom 20. – 23. Juni bei bestem Sommerwetter in Madrid auf der Konferenz CISTI (7th Iberian Conference on Information Systems and Technologies). Es war nicht nur eine tolle, leckere Reise, sondern auch eine spannende Konferenz. Zuvor hatten wir mit einem spanischen Kollegen den UEQ ins spanische übersetzt. So gibt es nun neben der deutschen UEQ-Version auch eine englische und eine spanische Version, die sich auf der Internetseite www.ueq-online.org finden.

Rauschenberger, Schrepp et al 2012 – Measurement of user experience (Download: pdf)
Rauschenberger, Maria; Schrepp, Martin; Olschner, Siegfried; Thomaschewski, Jörg; Pérez Cota, Manuel (2012): Measurement of user experience. A Spanish Language Version of the User Experience Questionnaire (UEQ). In: Álvaro Rocha, Jose A. Calvo-Manzano, Luis Paulo Reis und Manuel Pérez Cota (Hg.): Information Systems and Technologies (CISTI). Proceedings of the 7th conference held in Madrid, Bd. 1. 2 Bände. Madrid, S. 471–476.

Mai 15 2012

Es geht weiter – die WUD-Planung hat begonnen

Nach einer langen Winterpause: Die ersten Ideen und Vorbereitungen für den World Usability Day in Bremen haben begonnen. Wir sind wohl alle ganz gespannt auf unsere Veranstaltung. Noch sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort in Bremen.

Nov 11 2011

World Usability Day 2011 in Bremen

11.11.2011 - World Usability Day Bremen 2011Am 10.11. war es wieder einmal soweit: Der World Usability Day fand auch dieses Jahr in Bremen statt, dieses Mal im Cartesium-Gebäude der Universität. Nahezu 100 Besucher lauschten interessanten Vorträgen zu den Themenbereichen Usability, User Experience, Mobile-Apps und intelligentes Wohnen. Sowohl der Workshop zum Thema „Personas“ als auch ein Quick-Expertenreview, die jeweils parallel zu den Vorträgen stattfanden, erfreuten sich regen Anklangs.

Das DFKI rundete die Veranstaltung mit einer Führung durch die Entwicklungsräume zum intelligenten Wohnen ab. Die Besucher waren nicht nur von der Möglichkeit fasziniert, in der eigenen Wohnung Türen durch verbale Anweisungen öffnen und schließen zu können, sondern darüber hinaus auch imstande zu sein, den Inhalt des Kühlschranks zu erfragen.

Der diesjährige World Usability Day in Bremen war ein voller Erfolg und wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr.

Vorträge:

V1: 500.000 User gegen uns – Ergebnisse eines missglückten Portal-Relaunches
Manuel Wortmann (basecom), Jan Uhlenbrok (basecom)
Link zu den Folien: hier

V2: Was kann Eyetracking bewirken?
Thies Pfeiffer (MediaBlix)
Link zu den Folien: hier

V3: Unterschiede in der Nutzerführung und User Experience auf mobilen Plattformen
Robert Virkus (Enough Software)
Link zu den Folien: steht noch aus

V4: Usability quadratisch, pragmatisch, schnell
Maria Rauschenberger (MSP Medien-Systempartner), Andreas Hinderks (RMT)
Link zu den Folien: hier

V5: Usability: Erfahrungen aus 20 Jahren Beratung
Peter Ansorge (akziv)
Link zu den Folien: hier

Workshop : Personas als Werkzeug in modernen Softwareprojekten
Eva-Maria Holt (SEVEN PRINCIPLES), Dominique Winter (GreenPocket)
Link zu den Folien: hier

Review: Quick-Expertenreview an Ihrem Papier-Prototypen oder Ihrer Online-Anwendung
Jürgen Friedrich (Universität Bremen), Jörg Thomaschewski (HS Emden/Leer)

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